8 Min. Lesezeit
Der Stundensatz ist keine Marktzahl, die man beim Nachbarn abschreibt. Er ergibt sich aus deinen Kosten, deinen produktiven Stunden und deinem gewünschten Gewinn.
Addiere alle Jahreskosten: Löhne inklusive Lohnnebenkosten, Fahrzeuge, Werkzeug, Werkstatt, Versicherungen, Software, Steuerberater, Weiterbildung, Beiträge zur Handwerkskammer.
Setze deinen eigenen Unternehmerlohn an – realistisch, nicht als Restgröße. Wer sich selbst mit 2.000 € einplant, kalkuliert Verluste ein.
Ermittle die produktiven Stunden: 2.080 Jahresstunden minus Urlaub, Feiertage, Krankheit, Angebotserstellung, Büro und Fahrzeiten. Realistisch bleiben 1.300 bis 1.500 verrechenbare Stunden pro Mitarbeiter.
Selbstkostensatz = Gesamtkosten ÷ produktive Stunden. Ein Ein-Mann-Betrieb mit 92.000 € Kosten und 1.400 Stunden liegt bei 65,70 € – das ist die Nullgrenze, nicht dein Preis.
Schlag Gewinn und Wagnis auf, üblich sind 8 bis 15 %. Damit landest du bei rund 72 bis 76 €.
Prüfe monatlich, ob die tatsächlich verrechneten Stunden deiner Planung entsprechen. Sinkt die Produktivquote um 10 %, ist deine Marge weg.
Material verursacht Kosten: Beschaffung, Transport, Lagerung, Gewährleistung. 10 bis 20 % Aufschlag auf den Einkaufspreis sind branchenüblich und legitim.
Bei durchlaufenden Großposten kannst du den Aufschlag reduzieren – aber niemals auf null.
Redaktioneller Praxishinweis, keine Steuer- oder Rechtsberatung. Bei individuellen Fragen sprich mit deinem Steuerberater.