Kalkulation

Deinen echten Stundensatz berechnen – in 6 Schritten

8 Min. Lesezeit

Der Stundensatz ist keine Marktzahl, die man beim Nachbarn abschreibt. Er ergibt sich aus deinen Kosten, deinen produktiven Stunden und deinem gewünschten Gewinn.

Schritt 1–3: Kosten und Stunden

Addiere alle Jahreskosten: Löhne inklusive Lohnnebenkosten, Fahrzeuge, Werkzeug, Werkstatt, Versicherungen, Software, Steuerberater, Weiterbildung, Beiträge zur Handwerkskammer.

Setze deinen eigenen Unternehmerlohn an – realistisch, nicht als Restgröße. Wer sich selbst mit 2.000 € einplant, kalkuliert Verluste ein.

Ermittle die produktiven Stunden: 2.080 Jahresstunden minus Urlaub, Feiertage, Krankheit, Angebotserstellung, Büro und Fahrzeiten. Realistisch bleiben 1.300 bis 1.500 verrechenbare Stunden pro Mitarbeiter.

Schritt 4–6: Zuschlag und Prüfung

Selbstkostensatz = Gesamtkosten ÷ produktive Stunden. Ein Ein-Mann-Betrieb mit 92.000 € Kosten und 1.400 Stunden liegt bei 65,70 € – das ist die Nullgrenze, nicht dein Preis.

Schlag Gewinn und Wagnis auf, üblich sind 8 bis 15 %. Damit landest du bei rund 72 bis 76 €.

Prüfe monatlich, ob die tatsächlich verrechneten Stunden deiner Planung entsprechen. Sinkt die Produktivquote um 10 %, ist deine Marge weg.

Material richtig aufschlagen

Material verursacht Kosten: Beschaffung, Transport, Lagerung, Gewährleistung. 10 bis 20 % Aufschlag auf den Einkaufspreis sind branchenüblich und legitim.

Bei durchlaufenden Großposten kannst du den Aufschlag reduzieren – aber niemals auf null.

Checkliste

  • Alle Fixkosten erfasst
  • Unternehmerlohn realistisch angesetzt
  • Produktive Stunden ehrlich geschätzt
  • Gewinn- und Wagniszuschlag ergänzt
  • Materialaufschlag definiert

Redaktioneller Praxishinweis, keine Steuer- oder Rechtsberatung. Bei individuellen Fragen sprich mit deinem Steuerberater.